Planet Bratwurst

Von Würsten, Menschen und dem ganzen Rest

28. Februar 2014
von Peter G. Spandl
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Der Hutmacher aus Regensburg

Die Playboyausgabe, die dem Hutkönig durch schwierige Zeiten geholfen hat.

Handwerk ist ein Kopfwerk. Ganz besonders zutreffend ist diese Aussage bei den Hutmachern, einem historischen Handwerksberuf. Andreas Nuslan aus Regensburg, der einzige Hutmacher und Modistenmeister weltweit, ist derzeit mit einem Teil seines Teams auf der Freizeitmesse im Nürnberger Messezentrum zu Gast. Weiterlesen →

Virales Marketing

1. Juni 2013
von Peter G. Spandl
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Virales Marketing – oder Blödsinn?

Virales Marketing?
Als ich im Jahr 2007 begann meinen Foodblog zu schreiben, herrschte noch Ruhe im Karton. Der Blog war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, geplant war nur eine private Rezeptsammlung. Die Menschen die mitlesen wollten, bekamen ein Passwort ausgehändigt.

Seit 2009 ist „Aus meinem Kochtopf“ für jeden der Interesse hat, frei zugänglich. Und je bekannter der Blog wird, um so seltsamere Dinge tun sich bei uns. Weiterlesen →

31. Mai 2013
von Peter G. Spandl
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Blauer Dunst

Clint Eastwood
Am vergangenen Donnerstag ist mir Clint Eastwood begegnet. Er kam gerade in „White Rocks“ an, führte sein Pferd am Zügel die staubige Hauptstrasse hinunter auf den Saloon zu. Dämmerung. Einsetzender Regen. Er blieb trotzdem auf der Strasse stehen, klappte extrem langsam das eine Ende seines Ponchos nach oben um an die Brusttasche seines Hemdes zu gelangen, woraus er zunächst ein kleines Zigarillo und danach ein Zündholz zog. Letzteres entflammte er auf jene geheimnisvolle Weise, die uns, die wir schon ein Leben lang auf die leicht angerauhte Fläche einer Streichholzschachtel angewiesen sind, schon immer fasziniert hat.

In der ganzen Szene wird sein Gesicht natürlich von seinem breitkrempigen Hut beschattet. Erst als er genüsslich die erste Rauchwolke ausstösst, zeigt er uns, das Zigarillo zwischen den Zähnen, sein Gesicht, und betritt den örtlichen Saloon.

Auch Lee van Cleef, als Revolverheld ‚Colonel Mortimer‘, stets piekfein im schwarzen Anzug, spielt etwas später in der Westernstadt El Paso mit dem Feuer. Er entflammt, recht tollkühn, ein Zündholz am Hosenträger des buckligen Klaus Kinski, genannt „Wild“, um sich seine weiße Pfeife damit anzuzünden (dieser Moment ist auch im Trailer unten zusehen). Mit Mut hat das nicht unbedingt etwas zu tun. Vielmehr mit der Tatsache, dass alle wissen, die ihm dabei zusehen, dass er mit seinem überlangen Revolver schneller und zielgenauer umgehen kann als jener „Wild“ mitsamt seinen drei Begleitern.

Außerdem ist Kinski in der Stadt um die Bank für einen Überfall auszukundschaften. Nicht um sich zu duellieren. Und so beobachte ich Lee van Cleef bei weiteren lässigen Frechheiten, die mit Feuer und blauem Dunst zu tun haben.

Der Film um den es hier geht, stammt aus dem Jahr 1965, wurde von Sergio Leone gedreht und heisst „Für ein paar Dollar mehr“. Kategorie Italo-Western.

Ein wunderbares Kapitel der Filmgeschichte. Eine Wohltat nach all den amerikanischen, stets glattrasierten Cowboys mit Ihrer schwülstigen Lagerfeuer-Romantik. Die Typen in diesem neuen Genre waren nun unrasiert, dreckig und knallhart. Frauen spielten kaum eine Rolle, und wenn, dann nur um als Täubchen oder Püppchen tituliert zu werden und den männlichen Helden das Leben angenehm zu machen.

Wahrscheinlich war diese Art Film der letzte Auslöser für die Emanzipation der Frau, die dann Alice Schwarzer einige Jahre später auf den Plan rief.

In dem Streifen der circa 127 Minuten lang ist, werden mit ziemlicher Sicherheit 80 Minuten lang Menschen gezeigt, die damit beschäftigt sind Qualmwolken zu produzieren und auszustossen. Niemand wäre damals auf die Idee verfallen, ein „Rauchen verboten“-Schild an die Saloontür zu hängen.

Oder können Sie sich Ricks Café in Casablanca ohne blauen Dunst vorstellen? Pulp Fiction, Der Clou, Schindlers Liste, Big Lebowski oder „Kill Bill 1+2“, um nur einige weitere Filme zu nennen, ohne Zigaretten?

Rauchende Helden sind nun mal „cool“!

Weltnichtrauchertag immer am 31. Mai

Trotz aller Begeisterung für den Italowestern mache ich hier einen Szenenwechsel: Im Eingangsbereich eines sehr beliebten örtlichen Steakhauses bot sich uns kürzlich ein armseliges Schauspiel. Die Fische im Salzwasser-Aquarium beobachtend, stand da ein Mann, alleine, und rauchte eine Zigarette. Sehr unkommunikativ. Unterhaltung mit Fischen.

Aus dem angrenzenden Gastraum drangen derweil die Stimmen seiner nicht rauchenden und deshalb vielleicht fröhlicheren Tischgenossen.

Der Mann war nicht Clint Eastwood. Selbst wenn: Leute die an kleinen Glimmstengeln saugen und sich von diesen abhängig fühlen, den Lebensrhythmus diktieren und sogar die Gesundheit ruinieren lassen, sind ohnehin arm dran. Ausgegrenzte Raucher sind erst recht nicht cool. Auch wenn sie vielleicht Helden sind – im Film.

Das Innere des Steakhaus ist längst rauchfrei. Was ich als durchaus angenehm empfinde. Denn ich bin kein Held. Aber ich rauche seit acht Jahren nicht mehr. Und eingefallen ist mir das alles, weil heute wieder einmal Weltnichtrauchertag ist. Wie seit 1987 an jedem 31. Mai. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihn damals zu recht ins Leben gerufen.

In Deutschland starben im Jahr 2011 trotzdem noch 14.500 Frauen und etwa 31.000 Männer an Lungenkrebs. Ein Schelm ist sicher, wer behauptet, man kann auch ohne zu rauchen an Lungenkrebs sterben.

Zur Raucherei gibt es weitere Zahlen. So sollen im Jahr 2012 in Deutschland rund 225 Millionen Zigaretten geraucht worden sein. Die Zahl bezieht sich aber nur auf versteuerte Tabakwaren. Die wahre Zahl ist definitiv blauer Dunst.

25. Mai 2013
von Peter G. Spandl
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Welt-Handtuch-Tag

handtuch
Im Oktober 1996 ging Altavista als eine der ersten Suchmaschinen im WWW an den Start. Ein Jahr später wurde sogar ein Übersetzungsprogramm für Internetseiten, mit dem interessanten Namen „Babelfish“ integriert, das neben nützlichen, auch jede Menge lustige Übersetzungen lieferte. Altavista gehört inzwischen längst zu Yahoo, die Babelfish-Seite gibt es seit dem 30. Mai 2012 leider nicht mehr bei der altehrwürdigen Suchmaschine. Weiterlesen →

30. Mai 2007
von Peter G. Spandl
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Berliner Schwurbel-Indianer

Berlin 2007
Weltmusik mag ich prinzipiell sehr gerne. Was ich nicht mag sind als Indianer verkleidete Musiker, die mit gigantischen Rohr-Blasinstrumenten und ihren mit Ziegenfell bespannten Riesentrommeln die Fussgängerzonen Deutschlands terrorisieren. Mit ihrer fürchterlichen Schwurbel-Musik. Dem gequälten Gesichtsausdruck bei der Darbietung. Den schicksalsschwangeren Gesangseinlagen. Und vor allem mit den Verstärkern die sie benutzen.

Ein typischer Schwurbelindianer bei der ArbeitIn einem großen deutschen Nachrichtenmagazin standen kürzlich einige interessante Information über unsere Hauptstadt. Verglichen mit anderen Haupt- und Millionenstadten sei Berlin die leiseste, langsamste und normalste der großen Metropolen. Jeder zweite Einwohner lebe von Arbeitslosengeld, Rente oder Hartz IV. Der typische Berliner ist also, statistisch betrachtet, alt oder arm. Ein Großteil der Erwerbstätigen arbeitet nicht in der freien Wirtschaft sondern im öffentlichen Dienst. Berlin müßte also auch eine verhältnismässig billige Hauptstadt sein.

Und in der Tat: ein Selbstversuch bestätigt dies. Der morgendliche Einkauf bei der kleinen Türkin um die Ecke, im Stadtteil Moabit, beschert uns frische Brötchen, das Stück für acht Cent. Drei leckere Croissants kosten zusammen(!) einen Euro. Wo gibts denn so was? Die Berliner Zeitungen kosten glatt die Hälfte der ebenfalls im Angebot befindlichen Süddeutschen. Momentaufnahmen. Ich weiss. Aber der Cappuchino „Unter den Linden“ kostet auch nicht viel mehr als am Nürnberger Hauptmarkt und dass es an dieser ehemaligen Prachtstrasse Thüringer Bratwürste (bereits gebraten) an einem Stand für einen Euro gibt, finden wir sogar ziemlich befremdlich. So werden die Berliner wohl arm bleiben! Und genervt. Von den Schwurbel-Indianern.

Denn die sind überall. Als Tourist in der Hauptstadt entkommt man Ihnen zumindest nicht. Vielleicht noch in der Kuppel des Reichstages, dem Berliner Dom oder dem Holocoust-Denkmal. Ansonsten ist es schwierig . . .

Alles was in drei Tagen geht, haben wir auch besichtigt. Sind mit dem städtebaulichen Gesamtkonzept des Regierungsbezirkes, dem Potsdamer Platz, sowie den einzelnen Bauwerken sehr zufrieden. Wie es schon ein Kollege in seinem Blog (den es leider nicht mkehr gibt) kürzlich geäußert hat, geht es uns auch. „Wir fühlen uns als Deutsche super repräsentiert“. Nur etwas anheimelndes hat uns gefehlt. So ein kleines Fachwerkhaus mit Butzenscheiben – irgendwo. Das wäre schon auch schön. In Berlin.

Nachdem wir die Liste der geplanten Besichtigungen „abgearbeitet“ hatten, fragte mich die beste Ehefrau von allen, ganz Fränkin: „Ha’m ‚mer eddz alles?“ Mir fiel darauf nur ein zu antworten: „Was Berlin angeht schon. Aber ich würde gerne noch die Indianer an einen Marterpfahl binden“.

4. April 2007
von Peter G. Spandl
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Sprachliche Verwirrung im Osten

Auf dem Weg in den hohen Nordosten unserer vereinten Republik trieb uns am 23. März ein frühlingshaftes Schneetreiben und der Wunsch nach einem gepflegten Frühstück von der Autobahn. In Triptis, Thüringen. – Sah von der Autobahn aus betrachtet ganz nett aus. Der Kirchturm schien hoch genug um davor einen kleinen Marktplatz mit gemütlichem Café vermuten zu dürfen. Weiterlesen →

12. März 2007
von Peter G. Spandl
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Ghettoblaster, Fischmaul und Mittelfinger

Fahren Sie täglich mit dem Auto zur Arbeit? Ja? – Schade. Dann entgeht Ihnen etwas. Ein gesellschaftliches Phänomen – oder gar ein neuer Jugendkult.
Vielleicht sind Sie ja auch einer jener Elternteile, die sich bemüßigt fühlen, ihre ca. 12-jährige Rotzgöre, oder ebenso alten Rotzbengel, mit der neuesten Generation Mobiltelefon auszustatten? Das Kind muss ja erreichbar sein! Und es ist so entsetzlich anstrengend der eigenen Nachkommenschaft etwas abzuschlagen. Wäre Teil der Erziehung. Schwierig, das. Weiterlesen →